Lanzarote – Insel der Feuerberge und der Kunst
Die kanarische Insel Lanzarote ist eines der beliebtesten Reiseziele und hat einige Besonderheiten zu bieten, die sie von anderen Reisezielen in Europa und der ganzen Welt abhebt. Die spanische Insel mit der Hauptstadt Arrecife liegt im Atlantischen Ozean ca. 140 km westlich der Küste Nordafrikas (Südmarokko), sie gehört zur Inselgruppe der Kanaren und stellt deren nordöstlichste Spitze dar. Mit rund 846 km² Fläche ist Lanzarote die viertgrößte der kanarischen Hauptinseln, bei einer Nord-Süd-Ausdehnung von 58 km und einer maximalen Breite von 34 km weist die Insel eine Küstenlänge von insgesamt 213 km auf; der überwiegende Teil der Küste besteht hierbei aus Felsen, nur ein kleiner Rest v.a. im Süden sind Sand- bzw. Kiesstrände. Die Topografie von Lanzarote wird maßgeblich geprägt durch die vulkanische Entstehungsgeschichte. Den Norden nimmt das Famara-Massiv mit dem höchsten Punkt der Insel mit dem Namen Peñas del Chache ein; südlich davon befindet sich die Sandwüste El Jable, sie reicht bis zu den Feuerbergen (Montañas del Fuego) mit dem Timanfaya-Nationalpark im Südwesten. Den Südosten der Insel bildet ein Hügelland mit einigen markanten Vulkankegeln, ganz im Süden liegt die überwiegend flache Rubicón-Ebene mit den Papagayo-Stränden und dem Touristenort Playa Blanca. Auf Lanzarote herrscht ganzjährig ein mildes, niederschlagsarmes Klima mit einem Jahresmittel von ca. 20 °C, der durchschnittliche Jahresniederschlag von 140 mm ermöglicht nur eine sehr karge Vegetation; aufgrund seltener und inselspezifischer Tier- bzw. Pflanzenarten wurde die gesamte Insel von der UNESCO 1993 zum Biosphärenreservat erklärt.
Die Kanarischen Inseln und speziell Lanzarote waren bereits den Griechen und Römern bekannt, dies belegen archäologische Funde aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.; danach gerieten die Inseln in Vergessenheit und wurden erst wieder von den Arabern (10. Jahrhundert) und Spaniern (14. Jahrhundert) erneut entdeckt und besetzt. In den Jahren 1730-36 begruben Vulkanausbrüche rund 25 % der Insel unter Asche und Lava, heute ist dies v.a. die Region der Feuerberge. In die bis zu zwei Meter mächtige Vulkanasche (Lapilli) gruben die Bewohner ringförmige Mulden für ihre Pflanzen (Wein, Gemüse); daraus entwickelte sich eine sehr erfolgreiche Art des Trockenfeldbaus, denn die Lapillischichten versorgten die Pflanzen aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit mit ausreichend Wasser. Viele Sehenswürdigkeiten von Lanzarote sind vulkanischen Ursprungs wie die Feuerberge, El Golfo (Krater und Lagune) und die Höhlensysteme Jameos del Agua und Cueva de los Verdes; auch der bekannte Künstler César Manrique hat hier markante Spuren hinterlassen, seine Werke wie Mirador del Rio oder Jardín de Cactus verbinden Kunst und Natur – wie seine Insel.